Jamie O’Grady
SubTraction. Modular Footwear for the Bold.
Vereinigtes Königreich 2026
Jamie O’Gradys Schuhkonzept ist inspiriert von den zeitlosen Produkten der Marke Braun, die Dieter Rams in den 1960er-Jahren entwarf. Rams Prinzipien beruhen auf Ethik: nicht nur auf einem Interesse an Ästhetik, sondern vor allem am Einfluss auf Mensch und Umwelt. Eine Designphilosophie, die auch heute noch relevant ist, wenn es um Nachhaltigkeit, geplante Obsoleszenz und Minimalismus geht, und die den Sneaker-Prototypen zugrundeliegt, mit denen O’Grady den Fertigungsprozess von Schuhen neu definiert. Dieter Rams “10 Thesen für gutes Design” folgend und der Philosophie des “Weniger, aber besser” sind die Schuhe klebstofffrei und bestehen aus Modulen. Sie können in wenigen Sekunden zusammengebaut werden und die Teile können je nach Klima und Bodenbeschaffenheit ausgetauscht und bei Abnutzung ersetzt werden. Jeder Bestandteil ist aus einem einzigen Material hergestellt, was das Recycling vereinfacht. Dieser Ansatz konzipiert Herstellung und Lebenszyklus der Schuhe neu, indem überflüssige Details weggelassen und mehrere Kombinationen in einem einzigen Design vereint werden.
AUSWAHLMOTIVATION
Selection motivation
Jamie O’Grady besitzt die seltene Gabe, einen ingenieurmäßigen Ansatz mit kreativer Sensibilität zu verbinden. Ausgehend von einer sorgfältigen Analyse der Grenzen der Materialzersetzung in der Schuhproduktion hat er eine klare Methodik zur Trennung und Wiederverwertung der Bestandteile entwickelt und dabei die Lösungen der bekanntesten nachhaltigen Marken übertroffen. Neben technischem Know-how verfügt er über eine starke ästhetische Identität: funktionelle Konstruktionen, kohärente Farbpaletten und eine Sprache, die Outdoor-Elemente mit formaler Forschung verbindet. Seine Arbeiten zeigen bereits Industriereife und ein Potenzial, das auf andere Accessoire-Kategorien ausgeweitet werden kann.
TECHNISCHE BESCHREIBUNG
Drei handgefertigte Prototypen modularer Schuhe, die neuartige Fertigungstechniken erkunden, um dem Träger zu ermöglichen, sie auseinanderzunehmen, zu reparieren und zu personalisieren. Die Entwürfe sind darauf ausgelegt, den Ersatz einzelner Komponenten zu vereinfachen und so den Lebenszyklus des Produkts zu verlängern. Der erste Prototyp ist ein Low-Top-Sneaker mit einlegbarer Sohle. Das Oberteil kombiniert einen neonfarbenen, verdeckten Reißverschluss mit einer elastischen Schnürung für eine verstellbare und funktionelle Passform. Der zweite Prototyp ist ein Offroad-Laufschuh mit herausnehmbarem Innenfutter aus Netzstoff. Eine Leder-Außenstruktur umschließt den gesamten Schuh, ergänzt durch einen verstellbaren Riemen hinten und elastische Schnüre, die der Sohle strukturellen Halt verleihen. Der dritte Prototyp ist ein Wanderschuh. Mittels eines umlaufenden Reißverschlusses lässt sich das Oberteil von der Sohle abtrennen. Die Sohle wird von einer an ihr befestigten Lederstruktur gestützt, deren Passform durch den hinteren Riemen und den vorderen Verschluss mittels elastischer Schnüre verstellt werden kann.
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